Die Architektur
auf Zakynthos-Kirchen
Im Altertum befand sich die Hauptstadt der
Insel nicht in seiner heutigen Lage bzw. in Aigialos, sondern auf dem Hügel der
Festung. Bis zum 15. Jahrhundert lag innerhalb der Festung eine von Mauern
umgegebene Siedlung mittelalterlichen Baustils, die durch engen labyrinthischen
Straßen gekennzeichnet war. Heutzutage sind nur Ruinen in dieser kleinen Stadt
erhalten geblieben, die großflächlich von einem Pinienwald bedeckt sind. In der
Festung von Zakynthos sind keine systematischen Ausgrabungen durchgeführt
worden, jedoch ist es allgemein bekannt, daß seit dem 15. Jahrhundert die
Siedlung in Verfall geriet. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß es innerhalb
der Festung etwa zehn Kirchen gab.
Nach dem
Einfall der Venezianer auf Zakynthos galt die Festung als Verwaltungs- und
Religionzentrum der Insel, konnte aber nicht mehr die Bedürfnisse ihrer
Bewohnern befriedigen und deshalb wurde die ganze Siedlung nach Aigialos
verlegt. Die Ortschaft fing an allmählich sich zu entwickeln und auszudehnen,
jedoch angesichts des beschränkten Raums und der wachsenden Bedürfnisse ihrer
Bewohnern, ließ sich weiter und weiter nach der See ausdehnen. Tatsächlich war
das Gebiet von Aigialos von kleinen Inselchen umgegeben, um die herum das Wasser
untief und sumpfig war.
Auf diese Weise fingen an
aufeinanderfolgende Aufschüttungen stattzufinden, die keine konkrete Planung
hatten, waren aber den jeweiligen Bedürfnissen der Bewohnern angepasst. Ein
typischer Beispiel dieser Aufschüttungen ist die Kirche des Agios Nikolaos des
Molos, die 1571 gebaut wurde und anfänglich durch eine Brücke mit dem Festland
verbunden worden war. Die Gebiete von Solomos Platz und Ammos waren die
letzten, die Ende des 19. Jahrhunderts aufgeschüttet wurden, daß die Stadt ihre
eigentliche Gestalt annahm.
Die einzigen Gebäude, die nach dem
verheerenden Erdbeben von 1953 aufrecht stehen blieben, waren die Kirche von
Agios Dionysios (die 1948 errichtet wurde), die Nationalbank, die Schule von
Ammos und ganz wenige andere Gebäude. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen
Lage Griechenlands in dieser Zeit, richtete sich der Wiederaufbau der Insel
nicht nach dem vor dem Erdbeben herrschenden Baustil der Inselarchitektur;
daraufhin ginge die Mehrheit der architektonischen Schmuckstücken der Insel
verloren. Die Bilder von Zakynthos vor dem Erdbeben stellten wunderschöne
Gebäude, Herrenhäuser, Kirchen aber auch einfache Häuser und Gassen mit der
charakteristichen Farbe der eigenartigen zakynthischen Architektur dar, die
leider 1953 völlig zerstört wurden.
Jedoch kann man auch heute viele schöne
Gebäude auf der Insel sehen, die Mehrheit von denen Kirchen sind. Tatsächlich
ist ein Vielzahl von Kirchen sowohl in der Hauptstadt als auch in den Dörfern
von Zakynthos zu finden. Die Venezianer haben zum großen Teil die Architektur
der zakynthischen Kirchen beeinflüsst, ohne aber es zu schaffen, die Zakynthier
zum Katholizismus zu konvertieren. Im Gegensatz waren die Einheimischen sehr
fromm und hegten tiefen Respekt für die Orthodoxie, die sie niemals verleugnet
haben.
In der
Hauptstadt von Zakynthos lohnt es sich die größte Kirche der Insel bzw. diese
von Agios Dionysios zu besuchen, wo außerordentliche Fresken (alle sind Werke
von Doxaras) und der silberne Sarg von Agios Dionysios (die vom Silberschmied
Bafas geschaffen wurde) zu finden sind. In der venezianischen Stils Kirche des
Agios Nikolaos des Molos auf dem Solomos Platz gibt es die Priestergewände von
Agios Dionysios, der für einen gewissen Zeitraum in dieser Kirche, die zuvor zu
der Seeberufsgenossenschaft gehörte, Gottesdienste durchführte. Auf dem Agios
Markos Platz befindet sich die gleichnamige Kirche, die eigentlich die einzige
katholische Kirche der Insel ist. Außerdem lohnt es sich, die Kirche der
Faneromeni, der Kyria ton Aggelon und des Agios Nikolaos ton Xenon (die
Kathedrale von Zakynthos) zu besuchen.
Auf der ganzen Insel ist ein Vielzahl von
weiteren großen bzw. kleinen Kirchen und Klostern zu finden, wie zum Beispiel
Agia Mavra in Mahairado mit den wunderschönen Fresken und dem Glokkenturm,
Agios Nikolaos in Kiliomeno (wo der Glokkenturm von der Kirche durch einen Weg
getrennt wird), Panagia Keriotissa im Dorf Keri, die einen ziemlich großen
Glokkenturm hat und Agios Georgios Krimnon in Anafonitria.
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