Dionysios Romas
Dionysios Romas wurde am 17. Januar 1906 auf
Zakynthos geboren, als Sohn des Ministers und Parlamentspräsidenten, Alexandros
Romas, und der Tochter von Christakis Zografos, Sophia. Er nahm Unterrichte in
Philologie, Geschichte und Kunst in Athen, Schweiz und Deutschland. Zugleich
widmete er sich dem Erlernen fremder Sprachen -er beherrschte Englisch,
Französisch, Italienisch und Deutsch. Romas verfügte über eine umfassende
Bildung und war besonders lerneifrig. Außerdem hatte er ein außerordentliches
Gedächtnis und konnte fließend schreiben.
Nach seinem Rückkehr nach Griechenland
begann er die Malerei von Zakynthos zu studieren. Im Alter von 44 Jahren
heiratete er Maria Spiliotaki. Er wurde zweimal (1958, 1962) als Abgeordneter
der ERE-Partei (Nationale Radikale Union) auf Zakynthos gewählt und entwickelte
sogar eine vielfältige Tätigkeit im Bereich des Theaters und des Rundfunks.
Insbesonders führte er das Theater im Rundfunk ein durch sein Werk “Wie die
Nationalhymne geschrieben wurde”. Im Laufe seines Lebens schrieb er insgesamt
mehr als 120 für den Funk adaptierte Stücke. 1954 gründete er das dritte
Programm des griechischen Staatsrundfunks.
Seine Mitwirkung beim Theater war von
erheblicher Bedeutung, jedoch sein Werk wurde leider nicht fortgesetzt. Bei
seiner Theaterstücke wird die identitätslose Welt der Ionischen Inseln vor der
Vereinigung mit Griechenland (1864) geschildert. Einige von denen sind die
folgende: “Die Serenade von Zakynthos” (1938), das mit dem ersten Preis des
Staatstheaters geehrt wurde, “Drei Welte” (1951), “Zambelaki” (1958), “Der
Kazanova auf Korfu” (1958) sowie das von byzantinischer Thematik “Da kommt
Nymfios”, das aber niemals aufgeführt wurde. Zusätzlich übersetzte er mit
großem Erfolg eine Reihe von Theaterstücken, die sowohl vom Nationaltheater als
auch von mehreren Ensembles des freien Theaters dieser Zeit (von Marika
Kotopouli, Manos Katrakis, Elli Lambeti, Pappa, Horn usw.) auf die Bühne
gebracht wurden. Für den Zeitraum 1946 bis 1951 arbeitete er als Theaterkritiker
in der Zeitungen Aimos, Elliniki Pnoi, Oi Kairoi und Eleftheria.
Sein Hauptwerk war jedoch der zehnbändige
Roman “Periplous”, der als einzigartige Errungenschaft der griechischen Prosa
gekennzeichnet wurde. Mit diesem Werk strebte Romas danach, die Geschichte des
Hellenismus von 1570 bis 1870 darzustellen. Er selbst sagt für “Periplous”: “Es
geht um ein Lebenswerk, dessen Material sammle ich seit 40 Jahren”. Seine
Absicht bestand darin, insgesamt 18 Bände zu schreiben, jedoch schaffte er es
nicht dieses ehrgeiziges Werk zu vollenden, weil er 1981 ums Leben kam. Die
folgenden Doppelbände wurden vom Verlag “Vivliopoleion tis Estias”
herausgebracht: “Der Soprakomitos” (1967-1969), “Rebellion der Popolari”, “Die
Wehklage der Kandia” (1973-1974) “Der Conte” (1975-1976) und “Andagio und
Fouga” (1981).
1981 wurde er von der Athener Akademie fur
sein Lebenswerk geehrt. 3 Jahre nach seinem Tod brachte Faidon Bouboulidis eine
Versammlung von Romas Gedichte heraus. Seine Dichtung wurde von der Tradition
der Ionischen Dichterschule geprägt und bei seiner Theatertücke lassen sich
Einflüsse von der Sittenschilderung, (die von Gouzelis, Matesis und Xenopoulos
eingeführt wurde) erkennen. Er starb am 1. November in Athen eine reiche
geistige Erbe hinterlassend.
|