Grigorios Xenopoulos
Grigorios Xenopoulos kam am 8. Dezember 1867
in Konstantinopel auf die Welt. Er war das älteste Kind eines zakynthischen
Händlers, Dionisios Xenopoulos und einer Fanariotin, Euthalia Thoma. Sein Vater
stammte aus einer Handelsfamilie und war nicht besonders gebildet, während
seine Mutter, die aus einer reichen und angesehenen Familie stammte, eine
systematische Bildung zuhause von hervorragenden Lehrern bekommen hatte.
Im Oktober 1868, ließ er sich mit seiner
Familie auf Zakynthos nieder, in dem Stadtviertel Ammos, wo er seine ersten
Kindheitsjahre verbrachte. Im Jahr 1883, als er 16 war, absolvierte er seine
Gymnasialbildung und entschied sich nach Athen zu ziehen, um sich an der Uni
einzuschreiben. Dort studierte er Philologie, Mathematik und
Naturwissenschaften.
1891 veröffentlichte er in der
Zeitschrift “Diaplasis ton Paidon” seinen ersten
Roman mit dem Titel “Meine kleine Schwester”, was der Ausgangspunkt für
seine langjährige Zusammenarbeit mit der besagten Zeitschrift war. 1894
heiratete er Eufrosini Diogenidi und bekam mit ihr eine Tochter, Leoni. Nach
einem Jahr, 1894, schieden sie sich voneinander. 1896 war ein Wendepunkt für
den Schriftsteller: er fing an kleine Artikel mit dem Pseudonym Faidon
in der Rubrik Athener Briefe der Diaplasis ton Paidon zu
schreiben. Das machte er für mehr als 40 Jahre. 1901 trat er mit Tita
Kanellopoulou in den Stand der Ehe, die zu seiner Lebensgefährtin wurde und ihm
zwei Tochter schenkte. Die eine hieß Kakia (1902) und die andere Loulouka (1904).
In den folgenden Jahren, entwickelte
Xenopoulos eine vielseitige Tätigkeit, die die neugriechische Literatur sowie
das neugriechische Theater großenteils geprägt hat. Viele Forscher betrachten
ihn als den Vater des neugriechischen Theaters. Viele von seinen Theaterstücken
fanden großen Anklang bei dem Publikum: 1904 wurde “Fotini Sandri” von Kyveli
Adrianou und 1909 “Stella Violandi” von Marika Kotopouli auf die Bühne
gebracht. Anschließend wurde 1910 das Stück “Versuchung” aufgeführt. Manche von
seinen Werken wurden sogar verfilmt: “Stella Violandi” wurde 1931 als Film im
stummen Kino vorgeführt mit Eleni Papadaki als Hauptdarstellerin. Außerdem
wurde 1949 “Fotini Sandri” auf die Leinwand gebracht, ein Film, daß auf
Zakynthos gedreht wurde mit Grigoris Grigoriou als Drehbuchautor und Regisseur.
Weitere Theaterstücke von Grigorios Xenopoulos sind: “Das Geheimnis der Gräfin
Valerena” (1904) “Fioro di Levante” (1914), “Rahel” (1909), “Der Pflegevater”
(1895), “Allerseelen” (1911), “Popolaros” (1933), “Studenten” (1919) u.a.
Seine zahlreichen Prosawerke waren bei den
Lesern sehr beliebt. Viele von denen wurden teilweise in mehreren Zeitungen
veröffentlicht, wie zum Beispiel “Das Gespenst” (1914), “Laura, das Mädchen,
das tötet” (1917), “Die Reichen und die Armen” (1919), “Mein Sohn und meine
Tochter”, “Die Frau mit den vielen Gesichten”, “die Auftauchende”, “das Volk”,
u.a. Die besten wurden sogar als Bücher
herausgebracht. Weitere Werke von Grigorios Xenopoulos sind: “Die Ehre des
Bruders” (1920), “Aphrodite” (1922), “Geheime Verlobungen” (1929), “Isabella”
(1923), “Mein Verlobter” (1923), “Teresa Varma Dakosta” (1925), “Giovanna”
(1934), “Riggina Lesa” (1934), “Der Verfall”
(1926), “Steinwürfe auf die Sonne” (1919), “Margarita Stefa” (1906), “Der rote
Fels” (1915), “Stella Violandi” (1914), “Militärische Erzählungen” (1892), “Der
Verrückter mit der roten Lilien” (1926) usw. Seine Werke spielen sich entweder
in Athen oder auf Zakynthos ab und sind in neugriechischer Volkssprache
geschrieben. Xenopoulos ist derjenige, der den bürgerlichen Roman eingeführt
hat.
Viele von seinen Werken sind auf Englisch,
Französisch und Rumanisch übersetzt worden. Für sein Werk wurde er mit dem
Silbernen Kreuz wie auch mit dem Nationalen Preis für Literatur und Kunst
geehrt. Unter anderem war er Mitgründer und Vorsitzender der Gesellschaft
Griechischer Schriftstellern. Grigorios Xenopoulos kam am 14. Februar 1951 in
Athen ums Leben ein umfangreiches und vielseitiges geistiges Erbe
hinterlassend. |